Wein-Shop
Wein-Erklärungen
Informationen
Mehr über...
Griechischer Wein und Griechische Unabhängigkeit
Griechischer Wein und Griechische Unabhängigkeit
Gegen Ende der Osmanischen Besetzung war die Wein-Steuer derart hoch, das es den Weinbauern unmöglich war mit der Herstellung von griechischem Wein fortzufahren, so dass viele Weinberge verlassen wurden. Schließlich erklärten die Griechen im März 1821 ihre Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Obwohl bei dem Rückzug der Osmanen aus Griechenland viele Höfe und Weinberge vernichtet wurden, waren 20% des neu errichteten Griechenlands von Wein bedeckt. Die Grenzen des damaligen Griechenlands umfassten den Peloponnes, Zentralgriechenland, die Kykladen, Euböa (gespr. Evia) und die Inseln der Sporaden.
Um 1836 lag das Monopol für die weltweite Versorgung mit Korinthen bei den Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands, was 3% der gesamten damaligen Weinkultivierung Griechenlands ausmachte. In den folgenden Jahren begann auch die Region des Peloponnes die Kultivierung von Korinthen, wodurch in den darauffolgenden 25 Jahren die Gesamtproduktion von Wein zur Herstellung von Korinthen in Griechenland auf ca. 25% anstieg. Auf Grund der Profite aus dem Verkauf von Korinthen gestalteten viele Bauern ihre Weinberge zur Herstellung von Korinthen um.
Da die Nachfrage für Korinthen enorm gestiegen war, wurden viele Bauern schnell wohlhabend. Während der 1870er Jahre wurden viele französische Weingärten durch den Phylloxera-Schädling vernichtet, ein Insekt das die Wurzeln des Weines angreift. Die Franzosen waren gezwungen große Mengen von Korinthen zu importieren, um ihre eigene Weinherstellung zu sichern. Die griechischen Bauern hingegen setzten die Umgestaltung ihrer Weinberge zur Herstellung von Korinthen fort. Um 1883 hatten sich aber die französischen Weingärten vom Phylloxera-Schädling erholt und die französische Regierung begann Zölle auf den Import von Korinthen zu verhängen, um ihre eigenen Weinberge zu schützen, wodurch zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts der griechische Korinthenmarkt kollabierte. Schließlich begannen die Bauern wieder mit der Kultivierung und Herstellung von griechischem Wein.
Bevor sich jedoch die griechische Wein-Industrie vollständig erholen konnte, begann eine Reihe von Kriegen, die bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts andauerten, und ihrerseits den Aufschwung der griechischen Wein-Wirtschaft verhinderten. Zunächst entbrannten die Balkan Kriege, gefolgt von zwei Weltkriegen und schließlich verhinderte der griechische Bürgerkrieg von 1947 bis 1949, dass griechischer Wein kultiviert wurde. Eine starke Auswanderungswelle zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts trug dazu bei, dass viele Weinanbaugebiete verlassen wurden. Darüber hinaus wurden 1898 die makedonischen Weingärten durch den Phylloxera-Schädling vollständig zerstört.
Durch diese Entwicklungen konzentrierte sich die griechische Wein-Industrie während des zwanzigsten Jahrhunderts vorwiegend auf die Herstellung kostengünstiger Tafelweine, die in Massen exportiert wurden. Über viele Jahre erreichten den Konsumenten lediglich unregulierte Massenweine, die oft direkt aus dem Fass kamen, so dass sich wenig Anerkennung für die qualitativ hochwertigeren Flaschenweine entwickeln konnte. Retsina wurde auf diese Weise zum beliebtesten Wein Griechenlands.
