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Griechischer Wein in der Mykenischen Zivilisation
Griechischer Wein in der Mykenischen Zivilisation
Die mykenische Zivilisation im Zentrum des Peloponnes auf dem griechischen Festland existierte von 1600 bis 1100 vor Christus und war die nächste wichtige historische Zivilisation, die der minoischen Epoche folgte. Unter den zahlreichen archäologischen Funden aus dieser Zeit befinden sich goldene und silberne Weinkelche, die den klaren Beweis dafür liefern, dass die mykenischen Griechen nicht nur hervorragende Krieger waren, sondern über eine hochentwickelte Kultur verfügten, und griechischen Wein schätzten und respektierten. Zu den Entdeckungen aus dieser Zeit gehört der berühmte goldene Kelch des Königs Nestor. Von Schliemann in einer mykenischen Grabstätte gefunden, wurde dieser Kelch zuerst von Homer im Iliad erwähnt. Während der mykenischen Ära fand der legendäre Trojanische Krieg statt. Dank der Schriften von Homer wurden viele wertvolle Einblicke in die Sitten und Bräuche der Griechen aus dieser Zeit überliefert. Homer nimmt in seinen Schriften so oft Bezug auf griechischen Wein, dass ihn der lateinische Poet Oratios später Vinosus Homerus nennt.
Die Griechen handelten griechischen Wein im Altertum auf dem Seeweg in versiegelten Amphoren. Die Amphoren für griechischen Wein waren schlank mit spitzem Boden, so dass Lagerung und Transport effizient gestaltet wurden. Diese Flaschenform verbesserte sogar das Gleichgewicht der Transportschiffe, und ermöglichte den Transport größerer Mengen griechischen Weines. Jeder griechische Stadtstaat verwendete unterschiedliche Amphorengrößen, so dass heute die größten Handelszentren des griechischen Altertums identifiziert werden können.
Zahlreiche archäologische Funde weisen auf die Regionen Griechenlands hin, die für ihre griechischen Weine bekannt waren. Dazu zählen die Inseln von Chios, Lemnos, Lesbos, Rhodos und Kreta, sowie Thrakien und Makedonien auf dem griechischen Festland. Unzählige Schiffswracks zeigen, dass griechischer Wein in der gesamten bekannten Welt des Altertums gehandelt wurde. Homer besingt die griechischen Weinkeller außerhalb Trojas, voll edler Weine, vornehmlich geliefert durch Schiffe von der Insel Lemnos. Homer bemerkt ferner, dass griechischer Wein ein wertvolles kommerzielles Produkt für Tauschgeschäfte war, insbesondere für Metalle, Leder und auch Sklaven. Der Handel mit griechischem Wein war organisiert und strukturiert, und war eine der Methoden der Griechen, um ihre Kultur im Altertum zu verbreiten. Die Inseln der Ägäischen See waren im Altertum derart für die Qualität ihrer Weine bekannt, dass Homer die Ägäis als die Wein-dunkle See bezeichnete.
Die Griechen wussten um des wichtigen Einflusses lokaler Ökosysteme auf die Charakteristika griechischer Weine und waren die ersten, die Weine mit Ursprungsbezeichnung höherer Qualität (Appellation of Origin) herstellten. Einige der bekanntesten Weine, die mit Ursprungsbezeichnungen höherer Qualität gehandelt wurden, waren Weine der Insel Chios, der Insel Thasos aus Nordgriechenland und aus der Region Mende auf Chalkidiki. Dieses System der Ursprungsbezeichnungen höherer Qualität wurde sehr ernst gehandhabt und bei Verstößen gegen diese Gesetze wurden strenge Strafen verhängt, um Ursprung und Echtheit dieser Weine zu sichern und zu gewährleisten.
Die Griechen des Altertums führten Methoden zur Herstellung von griechischem Wein in ihren Kolonien in Italien und Sizilien um das achte Jahrhundert vor Christus ein, und später in Frankreich und Spanien. Die italienischen Rebsorten Aglianico, Aleatico, Greco di Tufo, Malvasia di Candia, Malvasia Bianca, Moskato und Moskatelli sind alle griechischen Ursprungs. Während des Goldenen Zeitalters Griechenlands, um 500 bis 300 vor Christus, als in Athen das Altertum regierte, gewann der Weinhandel an Wichtigkeit und breitete sich in Nordeuropa und den angrenzenden Ländern um das Schwarze Meer aus. Während des Eroberungszuges durch Alexander den Großen wurde die Weinherstellung weit nach Asien hinein getragen.
Als das Römische Reich an Macht im Altertum gewann, verlagerte sich der Weinhandel griechischen Weines aus dem Norden der Ägäis in deren Süden, und konzentrierte sich hauptsächlich auf Kreta und Rhodos. Während des ersten Jahrhunderts vor Christus begannen die goldenen Jahre kretischer Weinherstellung. Amphoren aus dieser Epoche Kretas wurden in Frankreich, der Schweiz, vielen Ortschaften Italiens und sogar Pompeji gefunden. Auch der Handel von Wein-Schnittlingen gewann an Bedeutung, wodurch autochthone griechische Rebsorten über die Länder des Altertums verbreitet wurden.
